Interview - Herangehensweise

Bei einem Interview kommt es nicht selten vor, dass man unter extremem Druck leidet und sich nervös fühlt. Dadurch ist es gut möglich, dass du etwas ruhiger oder unsicherer wirkst, als du eigentlich bist. Damit du dich trotz Nervosität möglichst authentisch und bestmöglich präsentieren kannst, ist eine gute Vorbereitung wichtig. Dir sollte im Voraus bewusst sein, dass dein Verhalten am Interview selbst dabei besonders gewichtet ist. Damit du dich optimal auf ein Interview vorbereiten und dich am Interview selbst in einem guten Licht präsentieren kannst, haben wir einige Tipps für dich vorbereitet.

Vorbereitung

Dein Gegenüber merkt, ob du dich auf das Interview vorbereitet hast oder nicht. Des Weiteren nimmt dir eine gute Vorbereitung ein wenig die Nervosität vor dem Interview und gibt dir ein sichereres Gefühl. Kurzum: Es lohnt sich, sich vorab einige Gedanken zum Ablauf, Inhalt und dem Verhalten während des Interviews zu machen. Im Folgenden findest du eine kurze Zusammenstellung für deine Vorbereitung: 

  • Was ist das aktuelle Branchengeschehen? Und was sind deine weiterführenden Gedanken hierzu? Versuche dich mit Tageszeitungen oder branchenspezifischen Zeitschriften auf dem aktuellen Stand zu halten. So kannst du Fragen zur Branche fundiert und mit einer inhaltlichen Tiefe beantworten. Falls du Fragen, die mit wenig Recherche leicht lösbar wären, nicht beantworten kannst, wird dir dies vermutlich Minuspunkte einbringen.
  • Überlege dir, welche Bereiche des Lebenslaufs oder des Motivationsschreibens angesprochen werden könnten oder welche du besonders akzentuieren möchtest. Lies die von dir eingereichten Dokumente zudem vor dem Interview nochmals durch, damit du weisst, was du geschrieben hast und während dem Interview darauf Bezug nehmen kannst.
  • Über auch deine Ausstrahlung und deine Wirkung gegen aussen. Frage in diesem Zusammenhang beispielsweise deine Kolleginnen und Kollegen, wie du deine Mimik und Gestik bewusster und wirksamer einsetzen könntest, um deine Aussagen zu unterstreichen.

Verhalten

Bei einem Interview gibt es eine Reihe von Fettnäpfchen, in die man treten kann. Daher lohnt es sich, wenn man sich zuvor Gedanken dazu macht, was man in welcher Situation besser unterlässt resp. wie man wann am besten reagiert. Nachfolgend findest du eine Auflistung von angebrachten Verhaltensweisen, zugeteilt auf die jeweiligen Gesprächsabschnitte (mehr zu den einzelnen Gesprächsabschnitten findest du hier):


Generelle Verhaltenstipps:

  • Pünktlich erscheinen
  • Sich authentisch präsentieren
  • Positive Ausstrahlung vermitteln (Lächeln, Augenkontakt halten, freundliche Stimme respektive Tonlage, Nervosität so gut wie möglich ablegen)
  • Interesse zeigen (Fragen stellen und sich Notizen machen)


Beginn des Interviews:

  • Sich im Raum bemerkbar machen, ohne zu übertreiben (beispielsweise selbstbewusster Händedruck – aber nicht zu fest Zudrücken; gefestigte Stimme – aber nicht schreien)
  • Sich selbst mit vollem Namen vorstellen und sich die Namen der Interviewenden einprägen. Solltest du den Namen deines Gegenübers nicht verstehen, höflich nachfragen.
  • Das Gegenüber führen lassen. (Erst wenn der Interviewende dir seine Hand zur Begrüssung reicht, wird die eigene Hand ausgestreckt. Erst hinsetzen, wenn das Gegenüber dich dazu auffordert.)
  • Halte einen angemessenen Abstand zum Gegenüber. Eineinhalb bis zwei Armlängen sind meist der richtige Abstand.
  • Ein angebotenes Getränk darf man ohne Zögern annehmen (solange es alkoholfrei ist). Werden alkoholische Getränke oder Zigaretten angeboten, solltest du lieber höflich ablehnen.


Während dem Interview:

  • Während dem Gespräch solltest du aktiv zuhören und selbst mehr als 50% Gesprächsanteil aufweisen. Du willst dich schliesslich im besten Licht präsentieren. Je mehr Gesprächsanteil du hast, desto besser kann dich dein Gegenüber kennenlernen. Achte jedoch auch hier auf das gesunde Mass. Zu viel Gesprächsanteil kann beim Gegenüber aufdringlich wirken. Lass das Gegenüber stets ausreden. Wenn die interviewende Person selbst viel spricht, ist dies auch kein Problem – mit gezielten Fragen und guten Ergänzungen kannst du hier ebenfalls überzeugen.
  • Hat das Gegenüber eine Frage gestellt, solltest du diese in der Regel beantworten. Weiche nicht aus, sondern überzeuge mit klaren und prägnanten Antworten. Lass dir hierfür ruhig auch einmal etwas länger Zeit zum Nachdenken, falls nötig. Ist eine Frage nicht ganz klar oder hast du etwas nicht verstanden, frage ruhig nochmals höflich nach.
  • Achte auf die Eigenheiten der verbalen Kommunikation. Dazu gehört ein Sprechtempo, dem die Zuhörenden angenehm folgen können. Ebenfalls solltest du sachlich bleiben und deine Emotionen kontrollieren. Je nach angestrebter Stelle ist ein entsprechendes Vokabular notwendig. Versuche alltägliche Ausdrücke und Kraftausdrücke, wenn immer möglich zu umgehen.
  • Floskeln wie „Ich sag mal …“ oder Worte wie „man“ solltest du vermeiden. Verwende wo möglich den Indikativ und achte auf eine eineindeutige Sprache.
  • Halte die eigene Körpersprache und Mimik stets im Hinterkopf. Verschränkte Arme oder ein ausweichender Blick kann Unsicherheit oder eine Defensivhaltung vermitteln. Lege stattdessen eine offene und einladende Gestik an den Tag. Setze dich ganz auf den Stuhl und achte darauf beide Füsse fest auf den Boden zu stellen. Breitbeiniges sitzen ist ein No-Go! Achte zudem darauf deine Hände möglichst ruhig zu halten und bewusst einzusetzen, um deine Aussagen zu unterstreichen. Achte hierbei aber darauf, dass du nicht wild mit deinen Händen umherfuchtelst. Versuche dich innerlich zu entspannen und auch bei kritischen Fragen ruhig zu bleiben.
  • Versuche den Chamäleon-Effekt anzuwenden! Bei diesem imitierst du die Körpersprache deines Gegenübers. Dies vermittelt dem Gegenüber das Gefühl, dass du dich genauso fühlst wie er oder sie. Dadurch entsteht eine unterbewusste Solidarisierung. Beachte aber, dass du dies nicht übertreibst, da ansonsten der gegenteilige Effekt eintreten kann.


Nach dem Interview:

  • Nach dem Interview solltest du dich bei allen Anwesenden bedanken. Nutze die Möglichkeit in diesem Rahmen dein Interesse an der Stelle nochmals höflich bekannt zu geben. Sprich bei der folgenden Verabschiedung zudem alle Anwesenden mit ihrem Namen an.


Virtuelle Interviews:

  • Es kann vorkommen, dass dein Interview via Telefon oder Online-Besprechung geführt wird. Telefoninterviews können vereinbart oder unangekündigt abgehalten werden.
  • Bei vereinbarten Telefoninterviews solltest du abklären, wie lange das Gespräch in Anspruch nehmen wird sowie wer daran teilnimmt und dich dementsprechend organisieren. Auch bei einem unangekündigten Anruf, solltest du dich bereits zu Beginn erkundigen, wie lange das Interview dauern wird. Erhältst du den Anruf in einem ungünstigen Augenblick kannst du so direkt nachfragen, ob der Anruf verschoben werden kann und kannst dadurch vermeiden, dass du das Gespräch frühzeitig abbrechen musst. Ist es dir nicht möglich, das Telefon abzunehmen, rufst du am besten bei der nächsten Gelegenheit zurück.
  • Um bei Telefoninterviews ruhiger zu wirken, empfiehlt es sich, gerade zu sitzen und ruhig zu atmen. Dadurch wird die Stimme ruhiger und man kommt beim Gegenüber souveräner an. Ebenfalls ist zu beachten, dass man klar und deutlich sprechen muss, da Telefone oftmals Wörter „verschlucken“ können.
  • Der Termin für eine Online-Besprechung wird grundsätzlich vorab definiert und kann daher gut vorbereitet werden. Stelle hierbei – am besten mit Hilfe von jemandem aus deinem Umfeld – sicher, dass das Einloggen sowie Ton und Kamera funktionieren. Achte hierbei auch auf einen aufgeräumten, professionellen Hintergrund und eine ruhige Umgebung. Mache dich zudem im Voraus mit dem anzuwendenden Konferenztool vertraut. So kannst du sicherstellen, dass du pünktlich erscheinst und keine technischen Pannen erlebst. Während dem tatsächlichen Interview solltest du selbstverständlich auf ein gepflegtes Erscheinungsbild und angemessene Kleidung achten. Für die Gestik und Mimik gilt das Gleiche, wie bei den Interviews in Präsenz: Aufrecht sitzen, das Gegenüber ausreden lassen, gut zuhören, lächeln. Der Augenkontakt ist online nur schwer zu halten. Versuche deshalb so oft wie möglich direkt in die Kamera zu schauen. So wird es auf dein Gegenüber so wirken, als würdest du ihn oder sie anschauen, statt unten auf den Bildschirm zu blicken. Sei auch online stets authentisch und versuche Empathie zu zeigen. Die selbstbewusste Ausstrahlung und eine gewisse Zielorientierung, soll auch von deinem Computer aus vermittelt werden.

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